Das Klinische Krebsregister Niedersachsen arbeitet seit dem 1. Dezember 2017 als selbstständige Rechtspersönlichkeit in der Form einer Anstalt öffentlichen Rechts. Das bedeutet für Sie, ob Arzt oder Betroffener, dass Daten seitens des KKN noch nicht gesammelt werden. Aktuell läuft der Probebetrieb mit ausgewählten Testmeldern. Auf dieser Seite finden Sie erste Antworten auf die wichtigsten und am häufigsten gestellten Fragen.

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Wer ist meldepflichtig?

Ärzte und Zahnärzte in Niedersachsen, die einen Patienten*

  • wegen einer bösartigen Tumorerkrankung einschließlich der Frühstadien oder
  • wegen eines gutartigen Tumors des zentralen Nervensystems

diagnostizieren oder diagnostiziert haben oder behandeln oder behandelt haben.

Die Meldepflicht kann einer kooperierenden Einrichtung übertragen oder bei mehreren Meldepflichtigen in einer Institution durch einen zu benennenden Verantwortlichen erfüllt werden.

Die epidemiologische Meldepflicht wird durch die Meldung an das KKN erfüllt.

*Patienten sind nach der Definition des Gesetzes über das Klinische Krebsregister Niedersachsen betroffene Personen, die in Niedersachsen ihre Hauptwohnung haben oder gehabt haben oder in Niedersachsen behandelt werden oder behandelt wurden.

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Was ist meldepflichtig?

  • Hinreichend gesicherte Diagnose einer Krebserkrankung
  • Histopathologische, zytologische, molekularpathologische oder autoptische Sicherung der Diagnose
  • Beginn und Abschluss einer therapeutischen Maßnahme
  • Therapierelevante Änderung im Erkrankungsverlauf, insbesondere das Wiederauftreten der zu behandelnden Krebserkrankung
  • Tod des Patienten durch eine Tumorerkrankung

Ausnahmen sind:
– Kinder unter 18 Jahren
– nicht-melanotischer Hautkrebs (C44, D04)

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Welche Meldefristen sind einzuhalten?

Der Melder muss

  • während des Probebetriebes innerhalb von vier Wochen und
  • im Übrigen innerhalb von zwei Wochen,

nachdem der Meldeanlass ihm bekannt geworden ist, melden.

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Wird die Meldung vergütet?

Ja. Für jede vollständige Meldung zu den vorgegebenen Meldeanlässen, die über den vorgesehenen Meldeweg erfolgt, wird eine Meldevergütung als Aufwandsentschädigung gezahlt
an Ärzte, die direkt an das Melderportal oder über eine Schnittstelle melden und nicht anderweitig eine Meldevergütung oder Aufwandsentschädigung für die Meldung erhalten
an kooperierende Einrichtungen, die die Meldepflicht für den Arzt erfüllen.

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Welche Meldungen werden vergütet?

Jede inhaltneue vollständige Meldung gemäß der vorgegebenen Meldeanlässen, die vom KKN angenommen, verarbeitet und als vergütungsrelevant bewertet wurde, vergütet das KKN dem meldenden Arzt beziehungsweise der meldenden Einrichtung.

Eine vollständige Meldung am Beispiel der Diagnosemeldung:
Folgende Angaben sind anzugeben:

  • Person (Name, Geschlecht, Geburtsdatum)
  • Versichertennummer, Krankenkasse
  • Meldende Institution
  • Tumordiagnose, Diagnosedatum, Hauptlokalisation (Freitextangabe, optional ICD-O)
  • Klinisches Tumorstadium

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Wie wird gemeldet?

Der zukünftige Meldeweg erfolgt ausschließlich elektronisch über das Melderportal.

Melderportal

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Welche Rechte hat der Patient beim KKN?

Recht auf Information
Betroffene müssen über die Meldung ans KKN informiert und unterrichtet werden. Die Pflicht zur Patienteninformation liegt beim Arzt. Es ist keine schriftliche Einwilligung erforderlich.
Hier können Sie die Patienteninformationen zum Probebetrieb als PDF herunterladen

Recht auf Widerspruch
Betroffene haben das Recht, der Wiedergewinnung ihrer personenidentifizierenden Daten zu widersprechen. Aber es besteht kein Widerspruchsrecht gegen die Verarbeitung und Nutzung der medizinischen und der Abrechnungsdaten.
Hier können Sie das Formular zum Patientenwiderspruch als PDF herunterladen

Recht auf Auskunft
Betroffene haben jederzeit ein Recht darauf, zu erfahren, ob und welche Eintragungen zu ihrer Person im KKN gespeichert sind.
Hier können Sie das Formular zur Patientenauskunft als PDF herunterladen

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Widerspruchsrecht mit Einschränkungen

Betroffene haben das Recht, der Wiedergewinnung ihrer personenidentifizierenden Daten zu widersprechen. In bestimmten Fällen ist die Wiedergewinnung ihrer personenidentifizierenden Daten jedoch zulässig, allerdings nur zum Zweck und für die Dauer

  • des Abgleichs einer Meldung in der Datenannahmestelle mit den im Register bereits gespeicherten Erkrankungs-fällen mit dem Ziel der sicheren Zuordnung der Meldung zu einer betroffenen Person
  • der Auskunftserteilung an die betroffene Person
  • der Aktualisierung oder Korrektur der Identitätsdaten
  • der Abrechnung.

Nach Abschluss dieser Tätigkeiten werden die Identitätsdaten unverzüglich wieder chiffriert (verschlüsselt).

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Was sind Identitätsdaten?

Identitätsdaten sind folgende, die Identifizierung von Personen ermöglichende Daten:

  • Familienname, Vornamen, frühere Namen, Titel
  • Anschrift
  • Geburtsdatum
  • Krankenversichertennummer

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Was ist ein klinisches Krebsregister?

Ein klinisches Krebsregister ist keine reine Datenbank, in der die gesammelten Daten einfach nur gespeichert und verwaltet werden. Klinische Krebsregister sind fachlich unabhängige Einrichtungen, die alle wichtigen Daten, die im Verlauf einer Krebsbehandlung anfallen, erfassen, auswerten und an die Leistungserbringer zurückmelden. Sie nehmen die Versorgung der Patienten durch einzelne Leistungserbringer im ambulanten und stationären Sektor in den Blick. Betrachtet wird dabei der gesamte Erkrankungsverlauf eines Patienten von der Diagnose über die einzelnen Therapieschritte bis zum Ende der Nachsorge oder bis zum Tod – einschließlich auftretender Rückfälle. Mit den Daten und deren Rückspiegelung sollen Optimierungspotentiale aufgedeckt und Qualitätsverbesserungen angestoßen werden.

Durch die lückenlose Erfassung des Erkrankungs- und Behandlungsverlaufs entsteht auf lange Sicht eine „sprechende“ Datenbank, die als Grundlage für eine transparente und sektorenübergreifende Darstellung der onkologischen Versorgungsqualität auf Landes- und Bundesebene dienen soll.